Montierung einnorden

Um seine Montierung einnorden zu können, muss man freie Sicht auf den Polarstern haben.  Ist dies nicht der Fall oder hat man keinen Polsucher bleibt nur noch die Möglichkeit des Einscheinerns. Beobachtet man nur visuell, reicht es vollkommen, wenn man die Montierung  mit einem Kompass nach Norden einrichtet und die Polhöhe auf den Breitengrad des Beobachters (zum Beispiel 53°) einstellt. Will man aber Fotografieren reicht diese grobe Justage nicht aus.

Einnorden mit Polsucher

Stellt Eure Montierung so auf, dass die Polsucher Öffnung einigermaßen in Richtung Polarstern zeigt. Schaut durch den Polsucher, und dreht so lange an der Deklinationsachse, bis das Bild heller wird, wird es Dunkler, dreht diese wieder zurück. In die Deklinationsachse ist für den Polsucher ein Loch in die optische Achse gebohrt.

 

Nun dreht Ihr die Rektaszensionsachse so lange bis Ihr Euren aktuellen Monat eingestellt habt, klemmt sie fest. Sucht nun mit der Montierung mit Blick durch den Polsucher den Polarstern. Wenn Ihr sicher seit, diesen gefunden zu haben, müsst Ihr ihn in den kleinen Kreis des Polsuchers bringen. Dafür verstellt Ihr nur die Polhöhe und die Azimuteinstellung. An den anderen Achsen verstellt Ihr nichts! Wenn alles übereinstimmt, ist die Montierung eingenordet.

 

Üblicherweise macht man das Einnorden, wenn die Montierung komplett beladen ist, also Telekop, Zubehör und Gegengewichte montiert sind.

Das Einscheinern

Teil 1  - Azimut

 

Zuerst muss man die Azimutachse justieren. Das macht man, in dem man sich mittels Sternkarte oder einem Planetariumsprogramm einen hellen Stern in südlicher Richtung nahe dem Himmeläquator aufsucht. Diesen stellt man bei angeschalteter Nachführung in das Fadenkreuzokular des Teleskopes. Das Fadenkreuzokular muss nun so gedreht werden, das der Stern an einem Faden entlang läuft. Stellt dafür die Nachführung der Montierung aus.

Wenn man nun die Nachführung einschaltet zeigt der Stern eine Abweichung von dem zuvor gewählten Faden.

Weicht der Stern im Fadenkreuz nach oben ab (Süden), so muss das Nordende der Azimutachse etwas nach Westen korrigiert werden. Weicht der Stern nach unten (Norden) an, so muss die Montierung etwas nach Osten gestellt werden.

Diese beiden Vorgänge muss man wahrscheinlich einige Male wiederholen, bis de Stern keine Abweichung mehr zeigt. Bestenfalls für 10 – 20 Minuten.

 

Teil 2 Polhöhe

Die Einstellung des Fadenkreuzokulares darf nicht verändert werden! Jetzt muss man sich einen Stern in östlicher Richtung aussuchen, der ebenfalls nahe dem Himmeläquator ist. Nun muss man die Nachführung wieder einschalten, und die Abweichung des Sterns im Fadenkreuzokular beobachten.

Wenn der Stern nach Links abweicht  dann muss man die Montierung höher einstellen. Wenn der Stern nach rechts unten abweicht, dann muss man die Montierung etwas niedriger einstellen. Die beiden Schritte muss so lange gemacht werden, bis der Stern 15-20 Minuten bei eingeschalteter Nachführung in der Mitte des Fadenkreuzokulares bleibt.

 

Diese Methode lohnt sich nur für den dauerhaften Aufbau, wie z.B. in einer Sternwarte. Mit ein bisschen Übung jedoch, macht man diese Arbeiten recht schnell während der Auskühlphase der Optiken.

Hier noch mal die Übersicht:

 

 

Stern im

Abweichung

Korrektur

Süden

unten

Azimut (Nordteil der Montierung)nach Osten

Süden

oben

Azimut (Nordteil der Montierung) nach Westen

Osten

unten

Polhöhe steiler

Osten

oben

Polhöhe flacher

Westen

unten

Polhöhe flacher

Westen

oben

Polhöhe steiler

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